Rückblick fogra Colour Management Symposium 2026 in München
Bei w&co stand auf dem fogra Colour Management Symposium 2026 in München ein Thema im Mittelpunkt, das aktuell stark polarisiert. AI in der Bildproduktion wurde nicht nach dem „Wow-Effekt“, sondern nach der Produktionsrealität bewertet. Im Vortrag „AI zwischen Machbarkeit und Produktion“ wurde der Frage nachgegangen, wann AI wirklich einen Qualitätsgewinn darstellt und wann sie nur gut aussieht, im Prozess aber wackelt.
Machbarkeit ist nicht Produktionsreife
Der Vortrag hatte eine klare Linie. Machbarkeit ist kein Qualitätskriterium. Qualität beginnt erst dort, wo Ergebnisse reproduzierbar, kontrollierbar und serienfähig sind. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern der kontrollierte Prozess und den hat w&co.
Zur Einordnung wurde bewusst ein Blick zurückgeworfen. In der Ausbildung der Vortragenden im Jahr 1996 gab es weder kalibrierte Monitore noch Softproof. Farbkorrekturen liefen nach Erfahrung und Gefühl, und das Druckergebnis zeigte sich oft erst im Andruck. Qualität war somit personenabhängig und nicht planbar. Daraus entstand die zentrale Ableitung. Ohne Standards bleibt Qualität nicht skalierbar und nicht verantwortbar.
Die entscheidende Frage für AI Einsätze
Ein Kernteil des Vortrags war ein pragmatisches Entscheidungsraster. Es geht nicht darum, ob etwas funktioniert, sondern ob das Ergebnis wiederholbar ist, ob es verantwortet werden kann, ob es rechtlich abgesichert werden kann und ob es skalierbar ist. Genau dieses Raster trennt Demo von Produktion.
Zudem wurde eine Parallele zur aktuellen Marktsituation gezogen. AI liefert oft beeindruckende Einzelbilder, ist in Serie und Prozess aber noch instabil. Fehlende Standards führen zu Unsicherheit, insbesondere wenn unterschiedliche Tools unterschiedliche Ergebnisse erzeugen. Hier setzt w&co auf eigene Standards und garantiert Qualität in jeder Größenordnung der Visualisierung.
Wo Qualität kippt und warum Recht dazu gehört
Der Vortrag hat auch klar benannt, wo es typischerweise schwierig wird. Automatisierung ersetzt keine fachliche Kontrolle. In Serien zeigen sich unter anderem Farbabweichungen, eine inkonsistente Licht- und Schattenlogik sowie fehlendes Referenzmaterial. Ohne Referenz und Kontrolle entsteht Streuung statt Qualität.
Ein weiterer Schwerpunkt war ein Punkt, der in vielen AI-Diskussionen zu kurz kommt. Qualität endet nicht beim Bild. Auch Rechte, Nutzung und Freigaben sind Teil der Qualität. Kritisch sind vor allem AI-Veränderungen an Modelbildern, neue Ware auf bestehenden Fotos, Videos aus Fotos und Lookalikes, die echten Personen zu ähnlich sind. Haftung entsteht nicht durch AI, sondern durch fehlende Prozesse, Rollen und dokumentierte Entscheidungen.
AI Battle. Ein Briefing – zwei Welten. Das Publikum entscheidet.
Genau dieses Setup hat die Fakten auf den Tisch gelegt. Es geht nicht um den coolsten Output, sondern um Qualität unter realen Bedingungen. Das Fazit daraus war klar. Wenn es heute um Qualität geht, sind wir nur gemeinsam stark. Kreative, Produktion, Prepress, Color Management, Tool Anbieter und auch die Rechtsseite müssen zusammenspielen. Mit gemeinsamen Standards, klaren Rollen und sauberen Freigaben. Erst dann wird aus zwei Welten eine verlässliche Produktionswelt.